Aktuelles
Lena Meyer-Landrut  (18) singt in "Unser Star für Oslo" mit Stefan Raab.
Zur Bilderstrecke

Fotos © NDR/ProSieben/Willi Weber

"Unser Star für Oslo"

Stefan Raabs Casting-Show: Diese Fünf kommen weiter

  • Artikel vom 03. Februar 2010

Keine flapsigen Sprüche, keine harsche Kritik und anscheinend auch keine Styling-Beratung: Stefan Raab nimmt mit seiner neuen Castingshow "Unser Star für Oslo" bewusst Abstand vom RTL-Konkurrenten "Deutschland sucht den Superstar". Durch die zurückgenommene, manchmal ins Fachlatein abgleitende Jury - bestehend aus Raab und den Gast-Juroren Yvonne Catterfeld und Marius Müller-Westernhagen - wirkte die erste von sieben Shows zwar stellenweise etwas langweilig, aber auch deutlich seriöser als "DSDS". Schnell wurde klar: Bei Raab geht es um Musik und sonst gar nichts.

So waren denn auch die meisten der zehn Kandidaten, die um den Einzug in die nächste Runde kämpften, in erster Linie gute Sänger. Ihre Kleidung wirkte oft unvorteilhaft, die Perfomance verkrampft. Lediglich die 18-jährige Schülerin Lena aus Hannover (Foto), die sich Raab wohlweislich für den Abschluss-Auftritt aufgespart hatte, tanzte im engen Kleid unbefangen über die Bühne und sang "My Same" der britischen Soul-Sängerin Adele. "Du hast Star-Appeal!" lobte Müller-Westernhagen begeistert und riet der 18-Jährigen, das aber gleich wieder zu vergessen, um weiterhin so natürlich zu bleiben.

Vor allem die Männer standen deutlich steifer auf der Bühne und bekamen - trotz Lob von der Jury - die Quittung des Publikums, das am Ende der Sendung abstimmte. Von den fünf angetretenen Sängern schieden vier aus. Nur der 21-jährige Student Cyril aus Hannover schaffte es mit dem Song "Hotel California" der Eagles eine Runde weiter.

Gemeinsam mit den vier vom Publikum favorisierten Sängerinnen tritt er gegen die fünf Kandidaten an, die nächste Woche im zweiten Vorentscheid die meisten Anrufe bekommen. Neben Lena wählten die Zuschauer Meri, eine 22-jährige Lehramtsstudentin aus Bayern weiter, die das Lied "Release Me" der schwedischen Sängerin Agnes stimmgewaltig, aber nicht immer ganz sauber, zum Besten gab. Jeden Ton traf hingegen die Frankfurter Verkäuferin Katrin; dafür bemängelte die Jury an ihrer Präsentation des Songs "Nobody Knows" von Pink, dass sie zu wenig Persönlichkeit zeige. Auch Kunststudentin Kerstin aus Onabrück schaffte es mit "My Immortal" von Evanescence eine Runde weiter.

Viel erfuhren die Zuschauer nicht über die Kandidaten. Vor jedem Auftritt wurde ein kurzer Einspielfilm abgespielt, der einige Gesangs-Probeaufnahmen und Statements der Kategorie "Ich bin so aufgeregt!" zeigte. Schicksalsschläge, persönliche Träume, Familie und Freunde blieben außen vor. Dadurch blieben die einzelnen Sänger und Sängerinnen ein wenig konturlos - aber vermutlich hat es Moderator Stefan Raab genauso gewollt: Man soll nicht auf den Menschen achten, sondern nur auf die Musik, denn nur die zählt - und sonst nichts.

"Unser Star für Oslo": Die weiteren Shows

Autor: Jana Mareike von Bergner

Anzeige