Gesund leben
Apfel - gesund und vielseitig

Der Apfel - gesund und vielseitig. / Foto © iStock, pashapixel

Mit leckeren Rezepten

Apfel – gut für die Gesundheit (vor allem mit Schale)

  • Artikel vom 28. März 2018

"An apple a day keeps the doctor away" – diese englische Redensart hat ihre Gründe – Äpfel haben tatsächlich einige überzeugende Inhaltsstoffe, die unsere Gesundheit schützen können.

Auch wenn man dem Spruch vom artzfernhaltenden Apfel nicht wörtlich nehmen darf: Die Frucht ist ohne Frage ein Powerobst, dessen Genuss uns Gutes tut. Aber zunächst zu den Grundlagen.

Der Apfel ist die vielleicht älteste Obstsorte der Welt. Schon vor 8.000 Jahren sollen Apfelbäume in Asien angebaut worden sein und zwar im Gebiet des heutigen Kasachstan. Die dortige Hauptstadt heißt übrigens Almaty, was so viel wie "Stadt des Apfels" bedeutet.

Botanisch ist der Apfel (lateinisch malus) Kernobst und gehört zur Familie der Rosengewächse. Dass malus wörtlich übersetzt eigentlich "böse" heißt bezieht sich übrigens auf die biblische Geschichte von Adam, Eva und dem Sündenfall.

Warum der Apfel das Lieblingsobst der Deutschen ist

Unbestritten ist der Apfel jedoch die Lieblingsobstsorte der Deutschen, rund 20 Kilogramm isst jeder von uns pro Jahr, so die Statistik. Denn der Apfel hat viele Vorteile: Er eignet sich hervorragend als Snack, schmeckt in fast jedem Lebensalter, schon Babys lieben etwa Apfelmus. Außerdem ist der Apfel eine heimische Obstsorte, lange Transportwege gibt es deshalb nicht, das Obst kommt frisch auf den Markt – es sei denn, man setzt auf...

Äpfel aus China

Seit Jahren ist China weltweit der größte Apfelexporteur – als Obst und Saft. Allerdings ist dabei gut zu wissen, dass die Grenzwerte für Rückstände aus Pestiziden in China wesentlich großzügiger gesetzt sind als in der EU. Außerdem sind in China Pestizide erlaubt, die in Deutschland schon lange verboten sind. Ein Blick auf die Deklarierung in Sachen Herkunftsland ist also interessant. Das spielt also für die Gesundheit eine Rolle, aber ist auch mit Hinblick auf die langenTransportwege ökologisch relevant– für eine Obstsorte, die auch in Deutschland hervorragend wächst und hier das ganz Jahr über zur Verfügung steht.

Gesunde Inhaltsstoffe des Apfels

Vitamine, Mineralstoffe und mehr – damit punktet der Apfel:

• Vitamin C
• Kalium
• Kalzium
• Magnesium
• Ballaststoffe wie Pektin, das den Cholesterinspiegel senkt und Giftstoffe bindet und aus dem Körper abführt. Zusätzlich unterstützt Pektin die Bildung von nützlichen Darmbakterien und wirkt damit Darmkrebs entgegen.
• Sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin. Quercetin schützt die Zellen vor oxidativem Stress, fängt freie Radikale und hemmt Entzündungen.

Äpfel könnten vor Alzheimer und Krebs schützen

Schon seit vielen Jahren untersuchen deshalb Wissenschaftler, ob und falls ja, wie stark die Inhaltsstoffe des Apfels gegen Krankheiten wirken könnten. So haben Forscher der Cornell University herausgefunden, dass verschiedene Pflanzenstoffe im Apfel die Zellen von Leber-, Darm- und Brustkrebs abbremsen.

Doch auch im Zusammenhang mit Alzheimer könnten Äpfel eine wichtige Rolle spielen. Eine weitere Untersuchung ergab, dass die bioaktiven Stoffe in Äpfeln und Apfelsaft auch die für Alzheimer typischen Ablagerungen im Gehirn reduzieren können.

Äpfel sind gesund – vor allem mit Schale

Dabei stecken viele der wirkungsvollen Stoffe in oder knapp unter der Schale des Apfels. Am besten ist es deshalb, Bioware zu kaufen, weil sich dann die Äpfel auch mit Schale genießen lassen.

Übrigens eignet sich der Apfel auch hervorragend zum Abnehmen und für eine Detox-Kur. Sein hoher Gehalt an Ballaststoffe garantiert, dass Sie satt werden, ohne viel Kalorien aufzunehmen – der Kaloriengehalt eines mittelgroßen Apfels beträgt nur 50 Kalorien. Zusätzlich entgiften Äpfel der Organismus. Diabetiker sollten jedoch vor einer Apfeldiät ihren Arzt befragen, denn ein Apfel kann je nach Süße etwa 10 Gramm Fruchtzucker liefern.

Äpfel richtig lagern

Viele Äpfel lassen sich bei niedrigen Temperaturen von 2 bis 8 Grad in einem dunklen Raum (Keller) mehrere Monate einlagern. Gute Lagersorten sind Äpfel, die spät geerntet werden, etwa Boskoop.

Auch für den baldigen verzehr ist die Aufbewahrung in einem kühlen Raum empfehlenswert.. Tipp: Kein anderes Obst neben die Äpfel legen. Beim Reifen verströmt das Kernobst nämlich das für den Reifungsprozess verantwortliche Pflanzenhormon Ethylen frei, was direkt daneben gelagerte Früchte rascher reifen lässt.


Apfel-Crumble ist einfach zuzubereiten und schmeckt umwerfend lecker. / Foto © iStock, loooby

Die besten Apfel-Rezepte

Äpfel sind extrem vielseitig und lassen sich für süße und pikante Rezepte verwenden. Hier ein paar der leckersten:

Apfel-Salat

Blattsalat nach eigener Wahl (z.B. Feldsalat)
1 Karotte
1 Bio-Apfel
2 EL Olivenöl
2 EL Apfelessig
1 TL flüssiger Honig
ggf. 1 Handvoll Sonnenblumenkerne

Neben den reichhaltigeren Zubereitungsarten (siehe unten) lässt sicher der Apfel auch schön in leichten Salat integrieren. Dazu den Blattsalat waschen (und je nach Sorte noch in mundgerechte Stücke zerteilen). Die Karotte schälen und in feine Scheiben hobeln. Das Dressing aus Öl, Essig und Honig mischen. Den Apfel waschen (nicht schälen), vierteln, die Viertel halbieren und alle Stücke in feine Scheiben schneiden. Blattsalat plusd Karotte mit Dressing mischen und die Apfelscheiben kurz unterheben. Wer mag, röstet in einer Pfanne ohne Öl noch schnell eine Handvoll Sonnenblumenkerne kurz an und gibt sie über den Salat.

Apfel Crumble

5 säuerliche Bio-Äpfel
etwas Zucker und Zitronensaft
Rosinen oder getrocknete Cranberries nach Geschmack
150 gr Mehl
50 gr gemahlene Nüsse oder Mandeln
100 gr Rohrzucker
100 gr Butter
Zimt

Die Äpfel entkernen und in Scheibchen schneiden, (nach Geschmack etwas Zucker) und Zitronensaft darüber geben. Eine Auflaufform ausfetten und die Äpfel einfüllen. Die übrigen Zutaten zu einem festen, bröseligen Teig verkneten, zerbröseln und auf den Äpfeln verteilen. In den Backofen schieben und bei 200 Grad etwa 25 Minuten backen, bis die Streusel gebräunt sind. Noch heiß servieren, gut schmeckt dazu ein Klecks Sahne oder etwas Vanilleeis.

Apfelschnee

2 säuerliche Bio-Äpfel, etwas Zitronensaft
2 frische Eiweiß
75 gr Zucker

Äpfel entkernen, schälen und fein reiben, mit Zitronensaft beträufeln. Eiweiß fest schlagen und Zucker langsam einrieseln lassen. Vorsichtig die Äpfel unterheben, in Dessertschalen füllen und kühl stellen. Apfelschnee nicht lange aufheben, sondern am selben Tag verzehren.


Apfel-Kuchen ist ein Klassiker. / Foto © iStock Pronina_Marina

Apfel-Kuchen

2 Kilo Bio-Äpfel, etwas Zitronensaft
150 gr Butter
150 gr Zucker
4 Eier
250 gr Mehl
eine Prise Backpulver

Apfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden, mit Zitronensaft beträufeln. Für den Teig Butter mit Zucker gut verrühren, die Eier dazugeben, durchmischen und dann das Mehl mit dem Backpulver unterrühren. Die Apfelstückchen unter den Teig heben und in eine gefettete Springform füllen. Bei 200 Grad etwa 50 Minuten backen, danach mit Puderzucker bestäuben.

Apfel-Streuselkuchen vom Blech

Teig:
4 Eier
200 gr Zucker
100 gr zimmerwarme Butter
250 gr Mehl

Apfel-Füllung:
3 kg Bio-Äpfel
Zitronensaft, Zimt
nach Belieben etwas Rum oder Calvados

Streusel:
300 gr kalte Butter
250 gr Zucker
Zimt, Mark einer Vanilleschote
400 gr Mehl

Äpfel schälen, entkernen, vierteln und in Scheibchen schneiden, mit Zitronensaft beträufeln, nach Geschmack mit Zimt und/oder Alkohol aromatisieren, beseite stellen. Für den Teig die Eier gut verrühren, Zucker dazugeben und nochmals gut rühren, danach die weiche Butter beifügen und zum Schluss das Mehl unterheben. Den Teig auf ein gefettetes Blech geben, glatt streichen. Für die Streusel alle Zutaten verkneten. Nun die Apfelmasse auf dem Teig verteilen, die Streusel darüberbröseln und im Backofen bei 175 Grad gut 30 Minuten backen lassen.

Apfel-Chutney

2 kg säuerliche Bio-Äpfel
500 gr rote Zwiebeln
1 Chilischote mit Kernen
1 Ingwerwurzel
1 Vanillestange
½ l trockener Weißwein
½ l Bio-Apfelessig
250 gr Gelierzucker 2:1

Äpfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln schälen und nicht zu klein hacken. Chilischote in feine Ringe schneiden, Ingwerwurzel schälen und hacken, Vanilleschote auskratzen. Den Haushaltszucker in einem großen Topf erwärmen, schmelzen lassen und ganz leicht anbräunen. Äpfel und Zwiebeln dazugeben, gut verrühren, Essig und Wein darübergießen, weiterrühren. Nun die Gewürze unterrühren, nach Geschmack auch eine Prise Salz, dann unter Rühren 15 Minuten leicht köcheln lassen. Zum Schluss den Gelierzucker dazugeben, umrühren, noch einmal aufkochen lassen und sofort in heiß ausgespülte Twist-Off-Gläser füllen.

Das Chutney hält sich ungeöffnet bis zu einem halben Jahr und passt hervorragend zu Käse, Geflügel, Tiefseefisch, aber schmeckt auch einfach pur auf frischem Brot. Wer dem Ganzen eine indische Note verleihen möchte, kann das Apfel-Chutney übrigens auch noch mit Kreuzkümmel, Koriander oder Kardamom verfeinern.

Quellen: Lebensmittellexikon, Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz

Autor: Monika Preuk