Gesund leben
Gesunder Löwenzahn / Foto © istock, meteo021

Löwenzahnblätter schmecken roh und gekocht. / Foto © istock, meteo021

Mit Gesundheitstipps & Rezepten

Löwenzahn • Kein Unkraut, sondern kraftvolles Heilkraut!

  • Artikel vom 12. Mai 2017

Löwenzahn schmeckt nicht nur fein als Salat. Der Tee aus Wurzel und Blättern regt die Verdauung an, stärkt Leber und Galle – und es gibt beachtliche Studien in Sachen Krebstherapie.

Nicht wenige sehen Löwenzahn als hartnäckiges Unkraut. Doch damit unterschätzt man die robuste Wildpflanze gewaltig. Denn nicht nur, dass ihre Blätter besonders gut schmecken und sich als Salat und für andere Rezepte hervorragend eignen. Ihre Blätter und die Wurzel stecken außerdem voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe mit beachtlicher medizinischer Wirkung.

Wichtig für Bienen – und goldgelbe Butter

Löwenzahn ist einer der ersten Blüher im Frühjahr und damit für vom Winter geschwächte Bienen ein wichtiges Kraftfutter. Sein Honig ist goldgelb und hat einen kräftigen Geschmack. Für ein Pfund Honig müssen Bienen übrigens eine Million Blüten besuchen.

Stichwort Futter: Saftige Wiesen, die von Löwenzahn übersät sind, schätzen auch Kühe. Butter, die aus der Milch, die sie danach geben, hergestellt wird, hat einen besonders gelblichen Ton, warum Löwenzahn oft auch als Butterblume bezeichnet wird.

Blüht von April bis Juni

Der Löwenzahn, botanischer Name Taraxacum officinale, gehört zu den Korbblütlern. Die krautige Pflanze ist in Europa und Westasien heimisch. Sie kann bis zu 50 Zentimeter groß werden und blüht von April bis Juni. Nach dem Blühen schließen sich die Hüllblätter und öffnen sich erst nach ein paar Tagen wieder. Dann sendet die Pflanze an kleinen Flugschirmen (Pappus) ihre Samen aus. Eine einzige Löwenzahnblüte bildet rund 300 Schirmflieger. Mit dem Wind – oder wenn man sie anpustet (Pusteblume) – breiten sich die Samen aus.


Foto © iStock, Hydromet

Milch vom Löwenzahn kann Allergien auslösen

Beim Abschneiden der Löwenzahn-Stängel fließt so genannte Milch heraus. Sie schmeckt bitter und färbt oft anhaltend braun. Bei empfindlichen Menschen kann der Saft Hautirritationen auslösen. Giftig ist die Löwenzahnmilch zwar nicht, wer jedoch auf andere Korbblütler allergisch ist, etwa Kamille, Beifuß, Arnika, kann auch auf Löwenzahn entsprechend reagieren.

Löwenzahn enthält Vitamine und wichtige Bitterstoffe

Wurzel und Blätter der Pflanze liefern wertvolle Inhaltsstoffe und dabei besonders große Mengen an:

• Vitamin A
• B-Vitamine
• Vitamin C
• Eisen
• Kalium
• Mangan
• Silizium
• Triterpene
• Inulin
• seltene Bitterstoffe wie Taraxacin (vor allem im Milchsaft von Löwenzahn enthalten)

Außerdem bringen es Blätter und Blüten – die Teile, die für Rezepte verwendet werden – pro 100 Gramm auf nur rund 30 Kalorien, knapp 80 Gramm Wasser und etwas Eiweiß.

So wirkt Löwenzahn – für die Verdauung, gegen Blähungen

In der Naturheilkunde wird Löwenzahn wegen seiner Bitterstoffe zur Blutreinigung und gegen verschiedene Beschwerden empfohlen, wie etwa

• Husten
• Verstopfung
• Hämorrhoiden
• Gicht
• Rheuma

Nachgewiesen ist die Wirkung von Löwenzahn zur Appetitförderung, besseren Fettverdauung, gegen Blähungen, Blutverdünnung und zum Entwässern. Löwenzahn regt auch die Nierenfunktion an, die Harnmenge erhöht sich.

Löwenzahn darf nicht angewendet werden, wenn Probleme mit Gallenwegen oder den Nieren vorliegen. Hier sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt sprechen.

Löwenzahn wirksam gegen Krebszellen?

Weitere medizinische Bedeutung könnte Löwenzahn in Zukunft bekommen. Studien zeigen, dass vor allem seine speziellen Bitterstoffe und Triterpene einen Einfluss auf Krebs haben könnten.

In Laborversuchen mit Krebszellen und Löwenzahnextrakt zeigte sich zumindest schon, dass er beispielsweise bei Leukämiezellen das Zelltod-Programm auslöst (Apoptose), gesunde Zellen jedoch nicht angreift. Würde sich herausstellen, dass diese positive Wirkung auch bei Krebspatienten eintritt, wäre Löwenzahn Basis für ein Krebsmedikament, das keine Nebenwirkungen auslöst.

Auch gegen Brustkrebs, Prostatakrebs, Leberkarzinom und Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigt Löwenzahn im Labor diesen Effekt. Bis Löwenzahn in der Krebstherapie gezielt eingesetzt werden kann, sind jedoch noch viele Studien nötig und die Entwicklung entsprechender Medikamente wird sich noch Jahre hinziehen. Für Versuche wurden übrigens Extrakte aus Löwenzahnblättern sowie aus der Wurzel verwendet.


Foto © iStock, 13-Smile

Löwenzahn lässt sich vielfältig nutzen – von der Wurzel bis zur Blüte

Jeder Teil des Löwenzahns ist nutzbar. So wurde etwa in und nach den Kriegsjahren, als Kaffeebohnen mehr als knapp waren, die Wurzel als Kaffeeersatz verwendet. Die frische Löwenzahnwurzel wurde geröstet und getrocknet, gemahlen und mit kochendem Wasser überbrüht. Der „Zichorienkaffee“ enthielt zwar kein Koffein, schmeckte aber ähnlich wie echter Kaffee und war wesentlich bekömmlicher als dieser.

Kur mit Löwenzahntee

Aus Blättern, Wurzel und Blüten lässt sich gesunder Löwenzahntee herstellen. Dazu ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blätter, Blüten und etwas Wurzel in 200 Milliliter kaltes Wasser geben und kurz aufkochen. Danach 15 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Der Tee kann auch aus frischem Löwenzahn zubereitet werden. Dann einfach etwas verwenden, und zwar zwei Esslöffel frische Blätter, Blüten und eventuell Wurzelstückchen.

Löwenzahntee hat sich zum Beispiel als schnelle Hilfe nach einem fettreichen Essen bewährt, kann aber auch kurmäßig im Rahmen einer Frühjahrsdiät zur Blutreinigung getrunken werden. Dann sind zwei Tassen pro Tag über vier Wochen hinweg angebracht.

Wem die Teezubereitung zu aufwändig ist, kann auch Fertigprodukte wie Löwenzahnsaft, Löwenzahnpulver, Löwenzahnextrakt oder Löwenzahnsirup in Apotheke oder Reformhaus kaufen.

Mit Löwenzahn kochen

Neben der medizinischen Bedeutung erringt Löwenzahn auch immer mehr Erfolge in der Küche. Gourmetköche experimentieren mit Löwenzahn und im Rahmen der beliebten Wildkräuterküche kommt Löwenzahn im Frühling und Sommer auf so manchen Tisch.

Man kann die Pflanze frisch auf dem Markt kaufen oder einfach auf der Wiese und im Garten pflücken. Der selbst gepflückte, wilde Löwenzahn schmeckt ein bisschen bitterer als gezüchteter Löwenzahn. Letzterer wird oft unter Planen oder in dunkleren Räumen kultiviert, ist deshalb heller und enthält weniger Bitterstoffe. Gerade, wenn Kinder mitessen, ist diese Variante eventuell besser.

Wer Löwenzahn frisch pflückt, sollten das auf einer Wiese tun, die keinen Abgasen ausgesetzt ist, nicht gedüngt wird und nicht durch Hunderelikte verschmutzt. Nehmen sie vor allem junge Pflanzen und verwenden Sie die inneren, hellen Blätter. Je dunkelgrüner sie sind, desto bitterer schmecken sie. Verarbeiten Sie die Löwenzahnblätter noch am gleichen Tag, sonst welken sie und werden ungenießbar.


Löwenzahnsalat ist besonders lecker mit Speck. Foto © iStock, tbralnina

Löwenzahn – die besten Rezepte

Der würzig herbe Geschmack der Löwenzahnblätter kommt am besten in einem frischen Salat zur Geltung. So geht‘s:

Löwenzahnsalat: Grundrezept

250 gr Löwenzahnblätter
etwas Olivenöl
1 Knoblauchzehe
Salz
Balsamicoessig

Die Blätter gründlich waschen und für ein paar Minuten in reichlich Salzwasser einweichen. Abtropfen lassen und in der Zwischenzeit eine Salatschüssel mit den Schnittflächen der Knoblauchzehe einreiben. Den Löwenzahn klein schneiden, in die Schüssel geben und mit Olivenöl und Essig abschmecken, falls nötig nochmals salzen. Im Gegensatz zu vielen anderen Blattsalaten, schadet es beim Löwenzahn nicht, wenn man ihn schon ein Weile vor dem servieren mit dem Dressing vermengt. Im gegenteil, dass macht die Blätter auf angenehme Weise etwas mürber.

Löwenzahnsalat lässt sich mit verschiedenen Dressings und Toppings ergänzen.

Löwenzahnsalat mit Speck und Zwiebeln

Zutaten wie oben für Löwenzahnsalat, außerdem:
50 gr Speckwürfel
1 Zwiebel

Löwenzahnsalat wie oben zubereiten. Speckwürfel und die gewürfelten Zwiebeln in der Pfanne anbraten, dann über den Salat verteilen und wer möchte, mit Löwenzahnblüten garnieren. Dazu geröstete Weißbrotscheibchen – schon hat man eine vollwertige Mahlzeit.

Löwenzahnsalat mit Ziegenkäse

Zutaten wie oben für Löwenzahnsalat, außerdem:
2 Esslöffel Honig
Apfelessig
1 Limette
Salz, Pfeffer
150 gr Ziegenfrischkäse

Zum Löwenzahnsalat-Grundrezept eine Vinaigrette aus Honig, Apfelessig, Saft der Limette, Salz und Pfeffer zubereiten. Den Käse in Scheibchen schneiden und in der Pfanne vorsichtig erwärmen. Salat auf Tellern verteilen, mit Viaigrette beträufeln und mit dem Ziegenkäse garnieren. Wer mag, kann den Käse noch mit ein wenig Honig beträufeln.

Löwenzahn gebraten mit Schafskäse

500 gr Löwenzahn
Salz
Olivenöl
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
150 gr Schafskäse

Löwenzahnblätter lassen sich wie Spinat zubereiten: Blätter waschen, kleinschneiden und in reichlich Salzwasser etwa 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch klein schneiden und darin anbraten. Löwenzahn abtropfen lassen, dazu geben und mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. Käse würfeln und darüber streuen. Zu diesem kräftigen vegetarischen Gericht passt Fladenbrot.


Im Löwenzahn-Smoothie schmecken Apfel oder Birne. / Foto © iStock, Heike Rau

Löwenzahn-Smoothie

1/2 Bund Löwenzahnblätter
100 ml Apfelsaft
1 Birne (Kernhaus entfernen)
1 Esslöffel (Löwenzahn-) Honig

Zutaten einfach in den Mixer geben, pürieren und schmecken lassen – gibt Energie für den ganzen Tag.

Quellen: Lebensmittellexikon, Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz

Autor: Monika Preuk