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Reiseapotheke

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Für den Urlaub

Reiseapotheke • Die wichtigsten Tipps & Checkliste

  • Artikel vom 31. Juli 2018

Zur Urlaubsvorbereitung gehört auch eine gut ausgestattete Reiseapotheke. Welche Medikamente wichtig sind, was man bei einer Fernreise beachten muss und wie man sich sonst noch absichern sollte.

Jeden Urlaubstag so richtig genießen: Das gelingt natürlich nur, wenn man gesund ist. Wenn das dann leider mal nicht der Fall ist – und ein Infekt, Sonnenbrand oder Hautverletzung die Laune trüben, hilft die Reiseapotheke weiter. Die richtet sich natürlich nach den eigenen Bedürfnissen. Darüber hinaus sollten die wichtigsten Basics nicht fehlen.

Reiseapotheke individuell bestücken

Zuallererst gehören die Medikamente in die Reiseapotheke, die Sie regelmäßig einnehmen. Das sind etwa Blutdrucksenker, Schilddrüsenhormone, die Pille, Diabetes-Medikamente. Nehmen sie davon nicht nur so viel mit, dass Sie während der Urlaubszeit damit auskommen, sondern mindestens für eine Woche länger – falls sich die Rückreise verzögern sollte, etwa durch Krankheit, Flugstreik, Unwetter.

Standardmäßig immer dabei haben sollten Sie auf Reisen:

• Hautdesinfektionsmittel
• Einmalhandschuhe
• Verbandsmaterial (Schere, Pflaster, Mullbinden, sterile Kompressen)
• Pinzette
• Wund- und Heilsalbe
• Schmerzmittel (Wirkstoffe wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol)
• Fieberthermometer
• Durchfallmittel (etwa Wirkstoff Loperamid, Elektrolyt-Pulver)
• Abführmittel
• Präparate gegen Magenbeschwerden und Übelkeit
• Augentropfen gegen Bindehautentzündung
• insektenabwehrende Mittel als Gel oder Lotion (Repellentien, etwa mit Diethyltoluamid DEET)
• Mittel gegen Juckreiz und Schwellung nach Insektenstichen

Natürlich sollte auch ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eingepackt werden – und für den Fall der Fälle eine Salbe zur Behandlung von Sonnenbrand.

All diese Produkte gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Neben dieser Standardausrüstung kommt es aber auch darauf an, wie und wohin man reist. Denn es ist ein Unterschied, ob ein Hotelurlaub in Italien, Spanien oder Norwegen geplant ist, bei dem jederzeit Apotheke, Arzt oder Krankenhaus erreichbar sind – oder eine Rucksacktour durch Südostasien. Wenn medizinische Hilfe schlecht erreichbar ist, sollten man auch ein Drei-Tage-Antibiotikum mitnehmen. Dann sind Sie im Fall einer bakteriellen Infektion, sei es nun Bronchitis oder Blasenentzündung, gerüstet. Dafür braucht man ein Rezept vom Hausarzt, mit dem bei abenteuerlicheren Urlauben ohnehin eine kurze Absprache sinnvoll ist.

Reiseapotheke für Kinder

Wenn kleine Kinder oder Babys mit auf die Reise gehen, sollte die Reiseapotheke entsprechend vorbereitet werden: Das heißt, etwa einen Fiebersaft einzupacken. Fieberzäpfchen schmelzen bei Reisen in den Süden rasch. Was sonst noch sinnvoll ist:

• Ohrentropfen, falls das Kind zu Ohrenschmerzen neigt
• Nasentropfen (Meersalz)
• altersgerechte Insektenschutzmittel, etwa Icaridin, das sich besser für kleine Kinder eignet als DEET
• Antihistaminikum für Kinder
• Elektrolytlösung, falls wegen Durchfall und Erbrechen ein starker Flüssigkeitsverlust eintritt

Sprechen Sie mit dem Kinderarzt, ob bei Ihrem Kind weitere Medikamente vorsorglich mitgenommen werden sollten.

Reiseapotheke richtig aufbewahren

Die Reiseapotheke sollte in einer festen Tasche/Behälter aufbewahrt und am besten keiner Hitze ausgesetzt werden. Die Reiseapotheke gehört auf Flügen ins Handgepäck, damit, falls der Koffer später ankommt oder verloren geht, wenigstens die wichtigsten Medikamente greifbar sind. Auf Autofahrten verstauen man die Reiseapotheke am besten unter den Sitz und achtet darauf, dass kühle Luft (Klimaanlage) sie erreicht.

Notwendige Impfungen & Malariaprophylaxe

Mit Hilfe der Checkliste können Sie noch kurz vor der Reise Ihre Reiseapotheke zusammenstellen. Einige Wochen früher sollten jedoch mit dem Hausarzt abgeklärt werden, welche Impfungen fürs Reiseziel nötig sind. Sie bieten den sichersten Schutz vor Infektionen.

Dabei gibt es generelle Impfungen, die also nicht nur bei Fernreisen empfohlen werden und unabhängig vom Reiseziel sind. Also Impfschutz überprüfen und etwaig fehlende Impfungen nachholen. Zu diesen Standardimpfungen gehören unter anderem:

• Tetanus
• Diphterie
• Menigokokken
• Polio
• Keuchhusten, Masern, Röteln, Mumps

Zusätzlich gibt es verpflichtende Impfungen, die das Reiseland fordert. Das ist etwa für viele Länder Afrikas die Impfung gegen Cholera und Gelbfieber. Die Virusinfektion Gelbfieber grassiert aber auch in manchen Ländern Südamerikas, darüber hinaus besteht dort die Gefahr, sich durch einen Tierbiss mit Tollwut zu infizieren. Allgemein droht die Gefahr für Hepatitis-A und -B sowie Thyphus in vielen asiatischen Gebieten. Gegen all diese Krankheiten gibt es Impfungen, die meisten davon eignen sich auch für Kinder.

Allerdings ändern sich die Impfempfehlungen für Fernreisen oft, es kommen neue dazu. Generelle, verpflichtende und aktuelle Impfempfehlungen zu jedem Land veröffentlicht das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Bis vor Kurzem wurden die Kosten für Reiseimpfungen übrigens nicht von den Krankenkassen übernommen. Das hat sich geändert, viele Kassen zahlen etwa die häufigsten Impfungen wie die gegen Cholera, Gelbfieber, Hepatitis A und B, Tollwut und Typhus.

Selbstverständlich für Tropenreisende ist die Malariaprophylaxe, die über Tabletteneinnahme erfolgt. Zusätzlich kann der Arzt eine Notfallbehandlung für Malaria empfehlen und die entsprechenden Mittel auf die Reise mitgeben.

Auslandskrankenversicherung

Ebenfalls einige Wochen vor Reiseantritt ist ein Anruf bei Ihrer Krankenversicherung ratsam, um zu erfahren, wie es mit Ihrer Krankenversicherung im Ausland aussieht. Denn wer das Pech hat, auf Reisen ernsthaft krank zu werden oder einen Unfall zu haben, ist meist nur in Europa und Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, durch seine Krankenkassen abgesichert. Das trifft aber häufig auf ferne Länder, wie etwa Asien, nicht zu.

Wichtig bei Fernreisen ist deshalb eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung. Dabei gibt es große Unterschiede, wie Stiftung Warentest 2017 in einer Untersuchung feststellte.

Als Testsieger unter 88 Produkten – darunter Krankenkassen sowie große Versicherer – gingen unter anderem Ergo direkt und DKV als Sieger hervor. Die Kosten von Reisekrankenversicherungen reichen von etwa einem Euro pro Tag bis zu mehreren hundert Euro pro Monat. Der Schutz kann also speziell nur für die Zeit der Reise, aber auch für mehrere Monate oder ein Jahr abgeschlossen werden. Er reicht von minimaler Leistung (ambulanter Behandlung) bis zu stationärer und Rücktransport nach Deutschland.

Notfall im Ausland – Konsulat als Anlaufstelle

Wenn Krankheit oder Unfall gemeinsam etwa mit dem Verlust von Bargeld, Kreditkarten und Pass eintreten, bieten die Konsulate im Reiseland Unterstützung. Dabei muss gegeben sein, dass "die Notlage nicht auf andere Weise behoben werden kann", so das Konsulargesetz.

Doch auch wenn es keine deutsche Vertretung im Urlaubsland geben sollte, wird man nicht alleingelassen: In den EU-Verträgen steht, dass jeder Bürger der Europäischen Union unter dem konsularischen Schutz jedes Mitgliedstaats wie ein Staatsangehörige dieses Staates steht, und zwar unter denselben Bedingungen. Eine Liste der deutschen Auslandsvertretungen in Ihrem Reiseland findet man auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Wenn es kein deutsches Konsulat geben sollte, können Sie sich also auch beispielsweise an die dänische, holländische, finnische, spanische oder eine andere Botschaft eines EU-Landes wenden. Allerdings: Die Kosten für medizinische Behandlung übernehmen diese Einrichtungen nicht.

To-Do-Liste

Am besten erstellt man besonders bei Fernreisen schon zwei Monate vor Reiseantritt eine persönliche To-Do-Liste und arbeitet sie rechtzeitig ab:

• Mit dem Hausarzt über Impfungen sprechen, die im Urlaubsland erforderlich sind und entsprechend durchführen.
• Krankenkasse nach Versicherungsschutz im Reiseland fragen und falls nötig eine zusätzliche Reisekrankenversicherung abschließen.
• Reiseapotheke zusammenstellen.

So hat man die Sicherheit, auch im Notfall bestens gerüstet zu sein. Das vermittelt ein gutes Gefühl und ist damit die beste Voraussetzung, den Urlaub unbeschwert genießen zu können.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Informationen des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Informationen der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände e. V. ABDA; Informationen des Auswärtigen Amtes

Autor: Monika Preuk

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