Gesunde Ernährung
Sellerie

Knollensellerie schmeckt kräftig und ist gesund. / Foto © iStock.com, pilipphoto

Mit leckeren Rezepten

Sellerie • Mehr als Suppenwürze & so gesund

  • Artikel vom 09. November 2018

Sellerie schmeckt so kräftig, dass viele ihn nur als Zutat an Suppe und Salat kennen. Doch das Wintergemüse kann so viel mehr – vor allem auch in Sachen Gesundheit.

Bei Sellerie scheiden sich oft die Geister – vor allem roh schmeckt er süßlich-würzig und hinterlässt mit einer sanften bitteren Note einen leicht pelziges Gefühl. Das mögen nicht alle. Gekocht dagegen besticht er durch eine milde Würze, die sich mit keinem anderen Gemüse vergleichen lässt.

Stangensellerie und Knollensellerie

Sellerie ist nicht gleich Sellerie. Ursprünglich stammt die Wildpflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum. Botanisch gehört er zu den Doldenblütlern und ist mit Wurzelpetersilie und Pastinake verwandt. In der Antike wurden nur seine Blätter genutzt, denn dicke Stängel und eine große Knolle besaßen die Wildformen noch nicht. Erst später wurde das Gemüse weitergezüchtet. Heute gibt es rund 30 Sorten, die bekanntesten sind:

• Knollensellerie – mit seiner dicken Knolle, die roh und gedünstet schmeckt
• Bleichsellerie, Stauden- oder Stangensellerie – typisch sind seine dicken, fleischigen Stängel, die in der Küche meist roh verwendet werden. Die Wurzel ist dagegen sehr klein und wird nicht genutzt.
• Schnittsellerie – seine großen, grünen Blätter werden als intensiv schmeckendes Würzkraut in der Küche genutzt. Wurzel und Stängel sind unscheinbar und werden nicht verwendet.

Seit mehr als 3000 Jahren Heilpflanze

Im antiken Griechenland wurde Sellerie als Heilpflanze richtiggehend verehrt. Seine Blätter galten als Allheilmittel gegen Rheuma, Entzündungen, Verdauungsbeschwerden, Depressionen und als Aphrodisiakum.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt der Extrakt aus Sellerieblättern heute noch als Mittel gegen Bluthochdruck. Im Ayurveda finden Sellerieblätter Verwendung zur Behandlung von Altersbeschwerden wie beginnende Demenz. In der europäischen Volksmedizin ist Sellerieextrakt der Klassiker gegen Gicht und Gelenkentzündung – ganz ähnlich, wie in der antiken griechischen Heilkunst.

Sellerie gegen Entzündung, Diabetes und vielleicht auch Krebs

Verschiedene Studien konnten die Heilwirkung von Sellerie sogar nachweisen. So unterstützen seine Inhaltsstoffe etwa die Gesundheit der Blutgefäße und senken damit zu hohen Blutdruck.
Bestimmte Substanzen darunter haben sich außerdem gegen die Zellen von Magenkrebs und auch Darmkrebs als wirksam erwiesen.
Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass spezielle sekundäre Pflanzenstoffe im Sellerie günstig gegen Diabetes sind.

Unbestritten ist seine antientzündliche Wirkung und damit eignet sich Sellerie auch zur sanften Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, Gicht und Arthritis. Zusätzlich verfügt Sellerie über eine harntreibende Wirkung, hilft also beim Entwässern und Abnehmen.

Sellerie – seine Inhaltsstoffe machen ihn so wertvoll für die Gesundheit

Denn Sellerie, sowohl Blätter, Stängel und Knollen enthalten viele verschiedene, potente Vitalstoffe.

Das sind vor allem:

• Vitamin A
• Vitamin C
• Kalium
• Kalzium
• Magnesium
• ätherische Öle und Terpene
• sekundäre Pflanzenstoffe, etwa Apigenin und Luteolin

Außerdem enthalten alle Teile von Sellerie viel Ballaststoffe und wenig Kalorien, nur rund 40 pro 100 Gramm Gemüse. Sellerie eignet sich deshalb gut zum Abnehmen – er entwässert und macht satt.

Sellerie – Achtung bei Nierenschwäche und Allergien

Wer Nierenprobleme hat, sollte jedoch besser seinen Arzt fragen, bevor er viel Sellerie isst oder Selleriesaft trinkt. Denn damit könnten schwache Nieren überlastet werden.
Auch Allergiker sollten sich dessen bewusst sein, dass Sellerie nicht unproblematisch sein könnte: Weil er zur Familie der Doldenblütler gehört, kann er wie deren andere Vertreter, etwa Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander, ebenfalls allergische Reaktionen hervorrufen.

Knollensellerie lässt sich noch im Winter frisch vom Feld kaufen

Frisch vom Feld schmeckt Sellerie natürlich am besten. Und seit es Sellerie als Kulturpflanze gibt, ist er zum beliebten Wintergemüse geworden. Denn Knollensellerie wird oft bis in den Januar hinein geerntet, weil er sogar leichte Minustemperaturen verträgt. Stangensellerie dagegen ist frostempfindlich und kommt aus Freilandanbau nur bis etwa November auf den Markt.

Sellerie richtig zubereiten

Im Kühlschrank halten sich Knollensellerie, aber auch Stangen- und Schnittsellerie bis zu fünf Tagen. Je nachdem, für welche Selleriart man sich entscheidet, ist die Zubereitung etwas unterschiedlich:

• Knollensellerie sollte man gut waschen, großzügig schälen, klein schneiden und dann roh oder am besten gedünstet genießen.
• Staudensellerie – waschen, Grün abschneiden und kleingehackt zum Würzen verwenden. Die Stängel nach Bedarf schneiden, am besten roh essen oder kurz pfannengerührt, wie in der asiatischen Küche
• Blattsellerie – waschen, möglichst klein schneiden und zum Würzen nehmen, kleingehackt können sie auch gut eingefroren werden. Für Suppen, Salate und Eintöpfe später die entsprechende Menge entnehmen.


Schlanke Sellerie-Suppe wärmt an kalten Tagen. / Foto © iStock.com, cobraphoto

Sellerie– die besten Rezepte

Sellerie ist vielseitig, wegen seines kräftigen Aromas eignet er sich vor allem für deftige Speisen – eben richtige Winterküche, die von innen warm macht.

Sellerie-Suppe

1 Sellerieknolle
2 Kartoffeln
2 Zwiebeln
etwas Rapsöl
gut 500 ml Gemüsebrühe
100 ml Schlagsahne
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, etwas abgeriebene schale einer Bio-Zitrone

Alle Gemüse putzen und in kleine Stücke schneiden, Zwiebeln würfeln. Fett in eine hohe Pfanne geben, Kartoffeln, Sellerie und Zwiebeln dazufügen und anschmoren lassen, langsam mit Brühe aufgießen und rund 15 Minuten köcheln lassen. Sahne unterrühren, kräftig mit den Gewürzen abschmecken und mit dem Mixstab pürieren.

Sellerie-Salat (Waldorf-Salat)

1 Sellerieknolle
2 Äpfel
100 gr Walnüsse, gehackt
etwas Zitronensaft
150 gr Sahnejoghurt (10 Prozent Fettgehalt)
2 EL mittelscharfer Senf
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
1 Prise Zucker nach belieben

Sellerie gut putzen, schälen und in kleine Stifte schneiden oder raspeln, mit den geschälten, entkernten Äpfeln ebenso verfahren. Sellerie, Äpfel und Walnüsse vermischen, mit Zitronensaft beträufeln. Aus den übrigen Zutaten ein Dressing rühren und über den Salat geben, etwas ziehen lassen.


Staudensellerie ist ein idealer Snack für zwischendurch, eignet sich aber auch für viele Salatrezepte. / Foto © iStock.com, 5PH

Salat mit Staudensellerie

1 Staude Stangensellerie
1 rote Paprika
1 Birne
Kräuteressig
Olivenöl
Salz, Pfeffer, Zucker

Sellerie waschen und in feine Streifen schneiden, in eine Salatschüssel geben. Paprika waschen, putzen und würfeln, Birne ebenfalls kleinschneiden und alles miteinander vermengen. Aus Essig, Öl und den Gewürzen eine Vinaigrette rühren und über den knackigen Salat geben, gleich servieren.

Staudensellerie überbacken

6 Stangen Staudensellerie
150 ml Gemüsebrühe
100 gr kräftiger Käse, etwa Greyerzer oder Gouda alt
Paprikapulver
Butter

Die Selleriestängel waschen und in der Gemüsebrühe fünf Minuten ziehen lassen, abtropfen, in eine gebutterte Auflaufform legen und mit den Käsescheiben oder dem geriebenen Käse bedecken. Rund zehn Minuten bei gut 200 Grad im Ofen überbacken, bis der Käse zerlaufen ist. Vor dem Servieren mit Paprika würzen. Mit etwas Brot ist dieses Gericht ein ideales, leichtes Abendessen.

Asiatischer Gemüsereis

1 rote Paprika
1 Zucchini
1 Möhre
2 Stangen Staudensellerie
Erdnussöl
Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Ingwerwurzel oder -pulver

Alles Gemüse putzen und klein schneiden. Das Öl in einer hohen Pfanne erhitzen, das Gemüse dazugeben und unter Rühren braten. Mit den Gewürzen abschmecken, Reis dazugeben und mit etwas Brühe aufgießen, aufkochen. Zugedeckt gute zehn Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit aufgesogen ist.

Sellerie-Schnitzel

1 Sellerieknolle
etwas Mehl
2 Eier
Salz, Pfeffer
Semmelbrösel
Rapsöl

Sellerie schälen und in gut ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden, in kochendem Salzwasser knapp zehn Minuten garen (dürfen nicht zu weich werden), abtropfen lassen. Die Schnitzel danach in Mehl wenden, in den mit den Gewürzen verquirlten Eiern und abschließend in den Semmelbröseln. Die Schnitzel in heißem Fett herausbacken und gleich servieren. Sellerie-Schnitzel brauchen im Prinzip keine Beilage. Wer mag, kann dazu etwa einen Dip aus leicht gesalzenem Joghurt reichen oder eine leichte Majonaise, die mit geriebenem Apfel verfeinert ist.

Sellerie-Püree

1 Sellerieknolle (etwa 500 gr)
100 ml Schlagrahm oder Milch
Butter nach Geschmack
Salz, Pfeffer, Muskat

Sellerie schälen und klein würfeln. In einem Topf die Würfel mit der Sahne (Milch) erwärmen und leicht köcheln lassen, Achtung, nicht stark kochen, sonst schäumt die Sahne (Milch) und läuft rasch über! Nach rund 15 Minuten dürfte der Sellerie weich sein. Nun mit einem Mixstab alles pürieren, mit den Gewürzen abschmecken und wer mag noch Butter dazugeben. Sellerie-Püree ist eine ideale Beilage zu Fisch und Fleisch, vor allem Wildgerichten.

Quellen: Nährwertrechner, Lebensmittellexikon

Autor: Monika Preuk