Tiere
Wüstenfuchs

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Ihre Ohren dienen als Klimaanlage

Wüstenfüchse: Überlebenskünstler der Sahara

  • Artikel vom 28. Januar 2010

Wer sich einmal zu Fuß durch den losen Sand einer Düne gequält hat, wird die Geschicklichkeit bewundern, mit der ein Wüstenfuchs diese Herausforderung meistert. Seine Pfoten sind perfekt an den Lebensraum angepasst. Dicke Haarpolster an den Sohlen schützen nicht nur vor glühend heißem Wüstensand. Sie machen den Jäger, der schon durch sein helles, seidenweiches Fell gut getarnt ist, auch zu einem wahren "Leisetreter". Lautlos schleicht er sich nach Katzenart an, findet auf feinsten, wegrutschenden Sandkörnern noch Halt. Selbst Sprünge aus dem Stand beherrscht er, oft mehr als einen Meter hoch.

Auf die Pirsch geht der Wüstenfuchs stets allein, die Beute schleppt er dann in seinen unterirdischen Bau. Und dort wird der Einzelgänger gesellig. Bis zu zehn Fenneks leben als Großfamilie zusammen. Um die Aufzucht der Jungen kümmern sich nicht nur die Eltern, sondern auch Geschwister, die bereits im Vorjahr geboren wurden. Was genau sich in den Gängen rund einen halben Meter unter der Wüste abspielt, ist bislang wenig erforscht. Fest steht: Nach 50 Tagen kommen die Minifüchse blind zur Welt, öffnen zwei Wochen später erstmals ihre großen schwarzen Augen. Doch es dauert fünf Wochen, bis sich die Kleinen aus der Dunkelheit ihrer Geburtshöhle wagen. Ungehemmt leben sie dann ihren Spieltrieb aus, tollen herum, balgen sich, buddeln. Die Wüsten Nordafrikas und Arabiens werden für sie zur größten Sandkiste der Welt - bis sie mit etwa neun Monaten selbstständig sind.

Begehrte Kuscheltiere

Und wie steht es um die Zukunft der Fenneks? Während der Polarfuchs als Kälte liebender Verwandter unter dem Klimawandel leidet, weitet sich der Lebensraum des Wüstenfuchses sogar aus. "Eigentlich hat er nur einen natürlichen Feind: den Menschen", erklärt WWF-Experte Volker Homes. Dabei geht es nicht nur ums Fell. Weil der Fennek leicht zähmbar ist, wird er in Fallen gefangen oder aus seinem Bau ausgegraben - und dann als Haustier gehalten oder illegal als Touristenattraktion verkauft. Es kann eben auch verhängnisvoll sein, wenn man so süß aussieht wie ein Plüschtier - mit Knopfaugen und puscheligen Riesenohren.

Wo der Wüstenfuchs wohnt

Seine Heimat sind die Wüsten Nordafrikas, am wohlsten fühlt er sich in sandigen Gebieten mit vielen Dünen. Der "Vulpes zerda", so die lateinische Fachbezeichnung, kommt von Mauretanien im Westen bis zur Sinaihalbinsel im Osten vor. Offiziell geschützt ist er in Ländern wie Marokko, Algerien,
Tunesien, Ägypten. In diesen extrem trockenen Regionen ernährt er sich vor allem von Insekten, Reptilien, kleinen Säugetieren sowie von seltenen Früchten und Beeren. Die Familien, die bis zu zehn Tiere umfassen, bewohnen einen selbst gegrabenen Bau, dessen flache Röhren rund einen halben Meter unter der Oberfläche verlaufen.

Autor: Kai Riedemann